Die 53. Tegernseer Woche begann am Freitag, 25. September 2026, in der Tenne auf Gut Kaltenbrunn in Gmund mit der Uraufführung des „Sturm am Tegernsee – Ein modernes Singspiel“. Die konzertante Fassung brachte Solisten, Chor und Orchester zusammen. Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn eröffnete die Kulturwoche. Georg Höß, Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins Rottach-Egern, führte das Publikum in das Werk ein. Hagn sagte: „Ein Gemeinschaftswerk schafft Gemeinschaft.“
Tegernseer Woche als Gemeinschaftsprojekt
Die beiden Vorstellungen waren ausverkauft; jeweils mehr als 400 Zuhörer kamen in die Tenne. Rund 120 Mitwirkende waren an der Produktion beteiligt. Dazu zählten acht Solisten, 21 Orchestermitglieder, der Chor der Chorgemeinschaft Tegernseer Tal sowie Sängerinnen und Sänger der Kantorei Tegernsee und des Palestrina-Motettenchors.
Initiiert wurde das Bühnenwerk vom Kunst- und Kulturverein Rottach-Egern. Die Stadt Tegernsee, das E-Werk Tegernsee, die Hubertus-Altgelt-Stiftung und der Bezirk Oberbayern finanzierten es. Rottach-Egern, Gmund, Kreuth und Waakirchen unterstützten die Produktion. Kunst- und Kulturschaffende aus dem Tal setzten sie gemeinsam mit Partnern wie Showtec München um.
Thomas Rebensburg komponierte das Werk; Wolfgang Mueller schrieb das Libretto. Als Vorlage diente der 1941 erschienene Historienroman von Karl Weinberger (1892–1966), einem ehemaligen Holzkirchner Lehrer, Heimatforscher und Schriftsteller. Die Handlung spielt im mittelalterlichen Tegernseer Tal: Der junge Ritter Gerwich aus Reichersbeuern soll gegen seinen Willen ins Kloster. Auf dem Weg dorthin verliebt er sich in das Fischermädchen Hailka von Hebertshausen (Kaltenbrunn). Ihr werden Hexerei und Wilderei vorgeworfen. Im ersten Akt prallen Hailkas Wunsch nach Selbstbestimmung und die Interessen des Klosters aufeinander.
Die gemeinsame Arbeit von Komponist und Librettist begann im September 2025. Das Libretto war zunächst als Sprechstück angelegt; später wurden die Texte lyrisch überarbeitet und zu Liedtexten entwickelt. Das Casting der Mitwirkenden setzte im Herbst 2025 ein. Chor, Solisten und Orchester erhielten ihre Noten Ende Juni; für die Proben blieben nur wenige Wochen. So brachte die Premiere einen regionalen historischen Stoff mit Ensembles und Kulturschaffenden aus dem Tegernseer Tal auf die Bühne.
(Quelle: Münchner Merkur, KulturVision e.V.)